28.05.2014

Benefizkonzert für Telefonseelsorge- ein Hörgenuss erster Güte


„Eine runde Sache war dieser Abend“, freut sich Anke Zöllner, Vorsitzende des Fördervereins der TelefonSeelsorge Hochsauerland e.V. an einem Donnerstagabend Mitte Mai. Sie und Ihre  ehrenamtlichen Kolleginnen von der TelefonSeelsorge haben mit dem Südwestfälischen Kammerchor dem zahlreich erschienen Publikum in der Ev. Stadtkirche in Brilon einen Hörgenuss bereitet. Kirchenmusikdirektor Gerd Weimar und seine 26 Sängerinnen und Sänger begeisterten das Publikum mit drei anspruchsvollen Bach-Motetten. „Lobet den Herrn, alle Heiden“ erklang es zu Anfang in atemberaubendem Tempo, mit klaren hellen Frauenstimmen und einem stabilen Klangfundament von den Männern. In der nächsten Motette „Sei Lob und Preis mit Ehren“ ging es um das Vertrauen, das Menschen in Gott haben wollen. Chorischer Höhe-und Schlusspunkt des Konzerts war die bekannte Motette „Jesu, meine Freude“.
In der Arbeit der Telefonseelsorge geht es – wie in Bachs Musik – um Vertrauen. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen machten dem Publikum vor, wie ein Gespräch ablaufen kann: vom zögernden Ansatz bis zum vertrauensvollen Gefühlsausbruch, über bittere Wahrheiten, die ausgesprochen werden, bis zur Zuversicht, die sich am Ende breitmacht. Die Chorsänger und -sängerinnen identifizierten sich mit dem inhaltlichen Anliegen. Sie gestalteten eine Collage mit Dankesworten, die Menschen der Telefonseelsorge zurückgegeben habe: „So wie Sie hat mir noch niemand zugehört.“- „Mitten in der Nacht –Hilfe!“ – „Danke, dass ich anrufen kann, wenn die Panikattacken kommen.“ Die Telefongespräche sind mühevoll, manchmal zäh und schweigsam. Die Seelsorgerin am Telefonhörer hört so zu, dass der Mensch am anderen Ende der Leitung sich entwickeln kann. Wichtig ist: Hier bekommt man keinen Rat. Hier wird man unterstützt und entdeckt sich selbst. Die Diakonie Ruhr-Hellweg e.V. bildet ihre Mitarbeitenden am Telefon sorgfältig aus und begleitet sie. Dass dieser Standard erhalten bleibt, dafür sorgt der Förderverein und lädt ein zur nächsten Ausbildung, die im Herbst 2014 beginnt.
Die Erläuterungen zum Hintergrund der Bach-Motetten von den Brilonern Rainer Müller und Barbara Siegel-Müller machten deutlich: In Bachs Musik erklingt Leben mit Licht-und Schattenseiten, mit Momenten tiefster Ruhe und aufgewühlter Verstörtheit. Alles steht bei ihm unter der Zusage, dass Gottes Gnade dem Menschen Leben aus dem Glauben anbietet, so dass der letztendlich vertrauensvoll sagen und singen kann: Jesu, meine Freude. 
Ein Höhepunkt des Abends war der Solovortrag des Violinisten Klaus Esser. Der Konzertmeister der Westfälischen Kammerphilharmonie begeisterte das Publikum mit Bachs Violinsonate g-moll. Eigentlich könne ein Instrument so einen Vielklang gar nicht erzeugen, kündigte Rainer Müller das Meisterstück an – Klaus Esser bewies das Gegenteil. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Beifall ihm und dem stimmgewaltigen Chor.
Bei sommerlichem Weißwein und frischen Erdbeeren kamen Gäste und Künstler später ins Gespräch. Am Ende des Abend war Anke Zöllner dankbar für 1500 Euro, die dem Förderverein zu gute kommen und zahlreiche Menschen, deren Interesse an der TelefonSeelsorge neu geweckt wurde.

Infos zur TelefonSeelsoge bei der Diakonie Ruhr-Hellweg e.V. Tel 0291-2900-150.


Anke Zöllner begrüßt das an Musik und Telefonseelsorge interessierte Publikum.

Klaus Esser -Virtuose mit Violine

Der Südwestfälische Kammerchor in der Ev. Stadtkirche in Brilon

 
 
 
 
Benefizkonzert für Telefonseelsorge- ein Hörgenuss erster Güte
 

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