30.08.2015

Sich und anderen Raum nehmen und geben - Literarischer Gottesdienst im Arnsberger Kunstsommer begeistert große Gemeinde.


Sitzen bleiben kann jeder, findet das Team, das Anfang August einen literarischen Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz gefüllten Arnsberger Auferstehungskirche zum Programm des Arnsberger Kunstsommers beisteuerte. Sitzen bleiben erfordert Mut, wenn die Masse der Menschen einen am ausgewählten Platz nicht haben mag, das erläuterte das Team um Pfarrerin Gabriela Hirsch, als es die Geschichte von Rosa Parks, der schwarzen Bürgerrechtlerin aus Montgomery vortrug. Sie blieb 1955 auf einem für Weiße reservierten Platz im Bus sitzen.

Sitzen bleiben wie Rosa Parks und darum kämpfen, dass Menschen, die Raum suchen, Raum bekommen, das kann eigentlich jeder und jede, besonders wenn ein quirliges Frauenteam auf vielfältige und kreative Art dazu ermutigt. Beate Horstmeier und Jutta Juchmann aus Arnsberg, Karin Neumann-Arnoldi, Heidrun Parplies und Iris Ackermann aus Meschede und Kerstin Buchbinder aus Menden brannten mit Gabriela Hirsch ein Feuerwerk an Texten und Ideen zum Thema des Kunstsommers ab. Locker und leicht wie eine Nummernrevue wurden der chorisch vorgetragene Udo-Jürgens-Schlager „Zeig mir den Platz an der Sonne“ - die Männerstimme brachte Pfarrer Martin Schäfer ein- , literarische Texten von Jörg Schubiger, Wolfgang Hildesheimer und Christiane Brudereck und komische Einlagen mit Papiersonnenschirmchen und kleinen Plastikwasser-spritztierchen an einander gereiht. Diese Leichtigkeit transportierte die ernste Botschaft: Gottes schöne Schöpfung ohne Menschen bietet viel Raum. Die Menschen allerdings, stürmen nach vorne, drängeln und schubsen sich, um nur möglichst viel - und zwar den besten - Raum für sich zu ergattern, wenn ihnen Raum angeboten wird. Sogar auf der Sonne.
Im Vergleich und als Kontrast: Am Tisch Jesu möchte man entweder auf den besten Plätzen oder gar nicht sitzen. Dabei vergibt Jesus keine Plätze, sondern allen stehen Plätze zu. Bei ihm ist für alle, die es brauchen, der rechte, rechte Platz frei. Man muss nur kommen und nicht soviel Gründe vorschieben, die einen hindern, die Einladung anzunehmen. In ihrer Predigt setzte Gabriela Hirsch die Pointen klar und prägnant sowie Pfarrerin Karin Neumann-Arnold die Töne und Akkorde auf dem Klavier.
Dieser Gottesdienst war ein Hörgenuss, ein Augen-und Ohrenschmaus und ein intensive Anregung, über das Thema des Kunstsommers „Platz nehmen – Raum greifen“ in seiner aktuellen Bedeutung angesichts überfüllter Flüchtlingsunterkünfte und leerer Kirchenbänke an den meisten Sonntagen nachzudenken. Beim anschließenden Imbiss gab es Raum und Zeit zum Gedankenaustausch. Die Kollekte für den Ökumenischen Förderverein für die Flüchtlingsarbeit in ihn Stadt Arnsberg brachte mehr als 500 Euro ein.

Am Sonntag, 13. September wird dieser Gottesdienst in der Mescheder Christuskirche noch einmal gefeiert. Um 9.30 Uhr ist in der Schützenstr.4 ein Platz an der Sonne für jeden und jede reserviert.

Text und Bilder: KKB

 

 


Gaby Hirsch begrüßt die Gemeinde.

Der Team-Chor - unterstützt von Martin Schäfer und am Klavier begleitet von Karin Neumann-Arnoldi- singt: "Zeig mir den Platz an der Sonne" von Udo Jürgens.

Andrang auf die Sonne, wo Claims abzustecken sind.

"Mein rechter, rechter Platz ist nicht mehr leer."

 
 
 
 
Sich und anderen Raum nehmen und geben - Literarischer Gottesdienst im Arnsberger Kunstsommer begeistert große Gemeinde.
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum