Familien heute

Familien in vielen Formen-Evangelisches Parlament diskutiert Verantwortung der Kirche für Familien

Bild: EKvW

Meschede. Ein Zehn-Stunden-Tag liegt vor den Abgeordneten aus den 11 Gemeinden und den Arbeitsbereichen des Evangelischen Kirchenkreises Arnsberg, wenn sie am Samstag, 14. Juni um 8.00 Uhr in der Mescheder Christuskirche in einem vom Arnsberger Pfarrteam gestalteten Abendmahlsgottesdienst ihre Sommersynode eröffnen.
Danach geht es im Kreishaus Meschede an der Steinstraße schwerpunktmäßig um die seit anderthalb Jahren in der Ev. Kirche von Westfalen geführte Diskussion um gewandelte Familienformen und die Aufgaben, die daraus für die Kirche und ihre Gemeinden erwachsen. In einer Arbeitsgruppe steht die Beschäftigung mit dem Thema “Gleichgeschlechtliche Partnerschaften/Regenbogen-Familien“ an. Als Gesprächspartnerinnen sind Mitglieder der Gruppe „Lesben im HSK“ eingeladen. Sollen gleichgeschlechtliche Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft in Zukunft in einem öffentlichen Gottesdienst gesegnet werden? Hierzu hat der Theologische Ausschuss ein Papier vorgelegt, das zeigt: Im Kirchenkreis Arnsberg gibt es Menschen, die diese Veränderung begründet ablehnen oder ihr begründet zustimmen. Der Kreissynodalvorstand, der die Geschäfte des Kirchenkreises zwischen den Synoden führt, hat sich in einem Beschluss an die Landessynode für die öffentliche Segnung und gleichzeitig für die Ehe als Leitbild für alle Formen partnerschaftlichen Lebens ausgesprochen. Der Synode werden insgesamt vier Vorlagen übergeben, die dann in den Presbyterien bearbeitet werden sollen. Ihre Stellungnahmen werden gesammelt als Votum an die Landessynode weitergeleitet, die im November in Bielefeld tagt.

Nach Grußworten von Vertretern der Westfälischen Landeskirche, dem Kirchenkreis Soest und zum ersten Mal von Pater Abraham aus der Abtei Königsmünster, wird der Jahresbericht des Superintendenten zur Aussprache gestellt. Freie Sitze im Kreissynodalvorstand und im Finanzausschuss werden durch Wahlen neu besetzt. Die Tagung soll gegen 18.00 Uhr enden.

Kreissynode am 14. Juni zum Thema "Familien heute"

Auf der Kreissynode am Samstag 14. Juni 2014 im Mescheder Kreishaus geht es- wie schon gemeldet, um das Thema der Hauptvorlage der Ev. Kirche von Westfalen „ Familien heute“. Die  genauen Themen der Arbeitsgruppen stehen inzwischen fest:

AG 1: Kindertagesstätten und Familienzentren: Wie unterstützen sich die Einrichtungen und die Kirchengemeinden gegenseitig? Wie gut sind die Tageseinrichtungen mit dem Jugendamt vernetzt? Welche politische Unterstützung brauchen die Einrichtungen? Das Gespräch mit den Synodalen führen Eike Ströbel, Fachreferentin im Kirchenkreis Arnsberg, und Mitarbeiterinnen aus den evangelischen. Kindertagesstätten in Arnsberg und Sundern.

AG 2: Diakonie und Beratung: Sind Familie heute eher sicherer Hafen oder stürmische See? Es geht um die Arbeit der Beratungsdienste, um Fallbeispiele von Familien in Not und die Armutsfrage. Die Gesprächsleitung übernehmen Diakoniepfarrer Peter Sinn und Irene Düring, die für Offene Ganztagsschularbeit in der Diakonie Ruhr-Hellweg zuständig ist.

AG 3: Familienfreundliche Kirchengemeinde: Welche Gottesdienstzeiten,-themen und -orte laden Familien ein? Wie feiern Patchwork-Familien Konfirmation und andere Feste? Wie kann eine Kirchengemeinde sich einstellen auf die unterschiedlichen Familienformen? Leitlinien für eine familienfreundliche Gemeine werden gesucht. Die Gesprächsleitung  übernimmt Kathrin Koppe-Baeumer, Pfarrerin in Brilon und im Kirchenkreis.

AG 4: Willkommenskultur entwickeln: Was müssen wir tun, damit Menschen im Evangelischen Kirchenkreis Arnsberg Wertschätzung und Respekt erfahren, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität? In zwei Arbeitsgruppen geht es um Erwartungen, Enttäuschungen und Hoffnungen.

AG 4a: Wie kommen binationale und bireligiöse Familien in den Kirchengemeinden vor? Was wollen sie von der Kirchengemeinde? Wie reagiert Gemeinde? Pfarrer i. R, Wilfried Oertel leitet das Gespräch und bringt Mitglieder binationaler und bireligiöser Familien mit.

AG 4b: Wie und wo kommen gleichgeschlechtliche Paare und Regenbogenfamilien in den ev. Kirchengemeinden vor? Wie möchten sie vorkommen? Wie reagiert Gemeinde? Das Gespräch leitet Projektpfarrerin Christina Bergmann. Sie lädt Gesprächspartner/innen ein.

Wandel in Schule und Familie machen Bildungspartnerschaften nötig - Ökumenischer Empfang für Schulleitende
Dr. Remi Stork, der Refernt aus Münster
Zahlreiche Schulleiter/innen waren der ökumenischen Einladung gefolgt.
Superintendent Alfred Hammer begrüßt die Gäste.
 

Meschede. 30 Leiter und Leiterinnen allgemeinbildender Schulen und Berufskollegs aus Arnsberg, Meschede, Schmallenberg, Eslohe, Winterberg, Medebach, Bestwig, Olsberg und Brilon begrüßte Superintendent Alfred Hammer im Namen der drei katholischen Dekanate im Sauerland und des Ev. Kirchenkreises Arnsberg Mitte März im Gemeinsamen Kirchenzentrum. Dr. Remi Stork (Bild), katholischer Mitarbeiter der Evangelischen Aktion für Familienförderung aus Münster sprach über „ Vielfalt und Wandel in der Zusammenarbeit von Familie und Schule“. Kompetent und unterhaltsam begann Stork mit dem Wandel der Familien aus soziologischer Perspektive, erläuterte welche Anknüpfungspunkte kirchliche Arbeit in Familien heute findet, und entwickelte Modelle von Erziehungs-und Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Familien.

Familienformen sind vielfältig geworden. Familienleben ist anstrengend. Die Zahl der Familien mit Kindern unter 18 ist drastisch gesunken. Es gibt immer mehr Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende. Familiengründung und Berufsanfangsphase fallen meist zusammen und strapazieren die Erwachsenen. Familien suchen sich bewusst Kindertagesstätten und Schulen aus, die zu ihnen passen. Benachteiligten Familien fehlen dazu jedoch Geld und die Kompetenz. Eltern und Lehrende fühlen sich in Erziehungsfragen manchmal machtlos.

Stork meint, dass Schule und Familie gemeinsam Kinder erziehen und bilden sollen. Gegenseitige Offenheit, Neugier und Dialogbereitschaft seien die Grundvoraussetzungen dieser Bildungspartnerschaft, Elterncafés und Gespräche zwischen Lehrern und Eltern auf Augenhöhe ihre Umsetzung.  „Natürlich kann und soll Schule nicht die Erziehung der Kinder an Stelle der Eltern erledigen. Aber: Ohne Erziehung geht es in Schulen nicht.“ Ein weiterer Grund für die Zusammenarbeit sei die Tatsache, dass Kinder sich 60% ihrer Bildung in der Familie aneigneten.

Dechant Hubertus Böttcher leitete die Aussprache, die kritische und zustimmende Reaktionen enthielt: Die zusätzliche Erziehungsaufgabe überfordere die an sich schon überlasteten Lehrkräfte. Es sei nicht klar, woher die Schule dieses Recht auf Erziehung bekäme. Andere dankten für gute Ideen, die der Vortag für den Arbeitsalltag gebracht habe und stimmten zu, dass intensive Gespräche Voraussetzung dafür seien, Familien in ihrer Verschiedenheit zu verstehen.

Text: KKB, Bilder: Theo Richter      Die Präsentation hier

Familie und Schule im Wandel - Ökumenischer Empfang für Schulleiter/innen

In diesem Jahr richtet Schulpfarrer Ulrich Homann für den Evangelischen Kirchenkreis Arnsberg den Ökumenischen Empfang für Schulleiterinnen und Schulleiter der allgemein bildenden Schulen im Bereich des Kirchenkreises und der drei Hochsauerländer Dekanate an. Das Thema nimmt Aspekte des von der Ev. Kirche von Westfalen angstoßenen Schwerpunktthemas "Familien heute" auf. Es sei Zeit für eine neue Kultur der Zusammenarbeit mit Eltern, sagt der Referent Remi Stork, der im Impulsreferat den Wandel des Familienbildes in der Gesellschaft und die Konsequenzen und Herausforderungen für den Schulalltag darstellt.
Dr. Remi Stork ist Referent beim Diakonischen Werk, Münster
Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 13.3.2014, von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr im Gemeinsamen Kirchenzentrum, Kastanienweg 6, Meschede
Anmeldung: Barbara Voß, Tel.0291-9529822, E-mail: Barbara.Voss@kka
online.de

Familien heute – Herausforderungen für evangelische Kirchengemeinden

Mitglieder der Gemeindeleitungen arbeiten am Thema.
Aus Arnsberg, Hüsten, Sundern, Meschede, Warstein, Olsberg und Marsberg trafen sich am zweiten Aprilsamstag 16 Presbyterinnen und Presbyter zum Studientag für Mitglieder er Leitungsgremien der ev. Kirchengemeinden im Kirchenkreis Arnsberg. Thematisch ging es um die Hauptvorlage der evangelischen Kirche von Westfalen: Familien heute, Superintendent Alfred Hammer machte in seiner Andacht deutlich: Familie ist ein Thema, das alle angeht. „ Jeder Mensch hat sofort ein Bild im Kopf. Die meisten von uns denken dabei an Vater, Mutter und Kinder, die zusammenleben. Mir hat diese Familienform Schutz, Hoffnung und Zuversicht vermittelt.“ Die Hauptvorlage nehme ernst, dass  man heute unter Familie viel mehr verstehen könne.
Pfarrerin Diana Klepper vom Frauenreferat der Ev. Kirche von Westfalen machte diesen Punkt in ihrem Referat stark. Die Hauptvorlage gehe von einem weiten Familienbild aus: Sie definiert Familie von ihrem Inhalt und weniger von ihrer Form her: Familie – das sind Menschen, die für einander Verantwortung übernehmen und für einander da sind. Das müssen nicht nur Eltern mit Kindern sein. Das geht über verwandtschaftliche Bindungen hinaus. Auch Singles haben Eltern, Geschwister und oft Patenkinder, auch lesbische und schwule Paare sorgen für einander und für Kinder. Die Presbyter und Presbyterinnen staunten über die vielen Familienbezeichnungen. Fortsetzungsfamilien zum Beispiel sind Männer und Frauen, die nach einer Scheidung mit neuen Partnern und ihren Kindern zusammenleben.
Das Impulspapier greift heutiges Familienleben auf, beschreibt die Bedeutung von Familie in der Bibel und versucht, ein evangelisches Familienverständnis zu definieren. Diana Klöpper wies darauf hin, dass die Angebote evangelischer Kirchengemeinden sich hauptsächlich an Familien mit Kindern richten. „In den Kirchengemeinden überwiegt also das traditionelle Verständnis von Familie“. Geschiedene Christen und Christinnen, Lesben und Schwule, Alleinerziehende und Familien mit gesundheitlich beeinträchtigten Kindern fühlten sich oft von den Familienangeboten nicht angesprochen. „Da müssen wir etwas tun, damit deutlich wird: Evangelische Gemeinden sind offen für die Vielfalt von Familien heuten.“
Die Presbyterinnen und Presbyter konnten mit persönlichen Erfahrungen und mit Fragen aus ihren Gemeinden an Diana Klöppers Vortrag anknüpfen. Eine Arbeitsgruppe fragte sich, was Kirchengemeinden tun können, um Familien heute zu erreichen: Besuchsdienste und das Nutzen  neuer Kommunikationsmedien wurden diskutiert. Andere entdeckten in biblische Geschichten Parallelen zu heutigen Situationen. Zufrieden mit der Veranstaltung wünschten sich die Presbyterinnen und Presbyter für das kommende Jahr ein neues Treffen in diesem Kreis.

Bild und Text: Kathrin Koppe-Bäumer

 
 
 
 
Familien heute - Schwerpunktthema der Ev. Kirche von Westfalen
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum