14.02.2018

„Im Schweigen treffen sich die Religionen“ - Interreligiöse Meditation startet ins Jahr 2018


Bestwig. Ein Blütenkranz aus Kerzen schimmert im Altarraum der Christ-König-Kirche. Die Schwestern des örtlichen Bergklosters haben zur interreligiösen Meditation eingeladen. Zwanzig Menschen sitzen zusammen und schweigen. Gemeinsam spüren sie in die Stille. Allmählich beruhigen sich die Gedanken. Sorgen und Pläne fahren dahin. Man kommt in Kontakt mit sich selbst – und mit dem Göttlichen. Nach 20 Minuten dringen sanfte Töne eines Psalteriums ans Ohr. Sie führen die Anwesenden zurück in den Altarraum. Zum Abschluss betet die Gruppe ein Gebet mit dem Körper. Vertreter der katholischen Gemeinde laden die Teilnehmer in den frisch renovierten Gemeinderaum ein. Am Tisch erklärt Schwester Maria Ignatia, Initiatorin des interreligiösen Gebets: „Ich glaube, in der Tiefe der Spiritualität treffen sich alle Religionen. Im Schweigen kann man sich vom göttlichen Geheimnis berühren lassen. Außerdem ist es möglich, sich auszutauschen über das, was wir erfahren haben. Uns zu erzählen, was uns spirituell wichtig und religiös heilig ist.“
Die Idee zur interreligiösen Meditation hat sie Schriften des Jesuitenpaters Peindath entnommen. Dieser gründete vor 30 Jahren in Indien einen interreligiösen Ashram. Täglich meditiert er dort mit Menschen aus unterschiedlichen Religionen. Er hat beobachtet, dass sich die Teilnehmer im Schweigen als Einheit erfahren. Erst wenn sie über ihre religiösen Traditionen sprechen, werden die Unterschiede deutlich. Das ist auch ganz natürlich, weil Menschen unterschiedlich sind. Aber er fragt sich mit Blick auf unsere Welt: Warum diskutieren die Religionsvertreter nur so viel miteinander? Sollten sie nicht auch genau so oft zusammen schweigen? Um in der Tiefe des Schweigens die Einheit zu erfahren.
Diesem Impuls ist die interreligiöse Meditation der Schwestern des Bergklosters verpflichtet. Sie existiert schon seit über einem Jahr. In den ungeraden Monaten des Jahres findet sie immer am zweiten Donnerstag um 19.00 Uhr statt. Ausrichter sind die beteiligten Religionsgemeinschaften. Deshalb wechseln die Orte. Die interreligiöse Meditation findet in diesem Jahr auch in der evangelischen Kreuzkiche Bestwig, der Mescheder Moschee und im buddhistischen Zentrum in Sundern statt. Dort werden dann auch die Texte der jeweiligen religiösen Tradition gelesen. Interessierte können die Termine über den Veranstaltungskalender des Bergklosters im Internet abrufen.
Wer sich als evangelischer Christ einer Meditationsgruppe anschließen möchte, hat im Kirchenkreis Arnsberg zwei Möglichkeiten: Die evangelische Auferstehungsgemeinde Olsberg-Bestwig (Pfarrer Frank Mönnig) sowie die Kirchengemeinde Meschede (Pfarrer Hans-Jürgen Bäumer) bieten jeweils regelmäßige christliche Meditationen an. Die Termine können auf der Homepage abgefragt werden oder durch Nachfrage bei den beiden Pfarrern. FM


Bilder: Frank Mönnig

 
 
 
 
„Im Schweigen treffen sich die Religionen“  - Interreligiöse Meditation startet ins Jahr 2018
 

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