07.02.2018

Gottes Schöpfung ist sehr gut!


Meschede. Sinnlich ging es zu. So wurden die über 40 Frauen (und ein Mann!), die ins Gemeinsame Kirchenzentrum Meschede kamen, zuerst einmal mit einem Glas Mangosaft begrüßt – das Nationalgetränk Surinams.

Frauen aus Surinam haben den ökumenischen Weltgebetstags-Gottesdienst für das Jahr 2018 vorbereitet. Und, Hand aufs Herz, hätten Sie gewusst, dass es dieses Land gibt, geschweige denn, wo es liegt? Und so hat das Vorbereitungsteam um Pfarrerin Claudia Schäfer, Gertrud Köllner, Brigitte Kratz und Pfarrerin Christina Bergmann zunächst einmal versucht, dieses Land ins Licht zu rücken.

Die Zugänge sind sehr unterschiedlich gewesen. So zeigte die bunt gestaltete Mitte die Landesfarben Surinams weiß, rot, grün und gold, mit Früchten des Landes und typischen Blumen. Die Maniok-Wurzel hat Pfarrerin Schäfer eigens aus dem Internet bestellt. Gertrud Köllner übte mit den Teilnehmenden die Lieder des Gottesdienstes ein, die sie am Klavier begleitete. Und es war ein Salatbuffet vorbereitet, mit landestypischen Rezepten.

Sehen, hören, kosten, schmecken. Aber auch Informationen gab es: Brigitte Kratz hat eine ausführliche Power-Point-Präsentation vorbereitet mit gut recherchierten Hintergründen aus Geschichte, Politik, Wirtschaft und der Situation der Mädchen und Frauen.

Surinam ist der kleinste selbständige Staat in Südamerika und liegt im Nordosten zwischen Guyana und Französisch-Guyana. Er ist ungefähr so groß wie Bayern und zählt 540.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Hälfte lebt in der Hauptstadt Paramaribo. Der Küstenstreifen lädt nicht zum baden ein, weil er sehr sumpfig ist. Die einzigen Badegäste sind riesige Meeresschildkröten, die dort ihre Eier ablegen. Ins Landesinnere kommt man nur mit Booten. Unmittelbar hinter dem Küstenstreifen beginnt der Regenwald, der 87 % der Landesfläche ausmacht. Der Regenwald hat ca. 1000 verschiedene Baumarten. Im deutschen Wald sind es ca. 30. Entsprechen vielfältig sind Flora und Fauna. Es wundert nicht, dass der Titel des Weltgebetstages darauf Bezug nimmt: „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“

Gegenwärtig leidet die Wirtschaft Surinams unter den sinkenden Weltmarktpreisen vor allem für Gold, Öl und Bauxit. Das einst gut ausgebaute Sozialsystem ist dadurch zunehmend gefährdet. Es sind Frauen, die hier kreativ Frauengruppenarbeit leisten, Frauentaxen einrichten und eigenes Gemüse anbauen, um sich und andere Familien zu ernähren. Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird immer stärker zum Problem. Hier arbeiten die Kirchen mitten im Brennpunkt.

Pfarrerin Bergmann hielt die Bibelarbeit zur Schöpfungsgeschichte 1 Mose 1,1- 2,4a. Ihr Zugang ist die Sprache gewesen, vor allem die hebräische Ursprache, die so manche verblüffende Sprachentdeckung machen ließ. Das „tohuwabohu“ etwa, das mit „wüst und leer“ übersetzt wird, kann man auch mit „wüst, aber in Ihm“ übersetzen. Das heißt, auch das Chaos ist keine von Gott losgelöste eigene Macht, sondern hat in Gott seinen Ort. So wie bereits Hildegard von Bingen vor 900 Jahren die Schöpfung als von Gottes Liebe umarmt geschaut hat – gegen die dualistischen Weltbilder ihrer Zeit. Und das „Schweben“ des Geistes über den Wassern ist auch übersetzbar mit „sich kümmern um“, also: „Der Geist kümmert sich um die Zeit.“ Gott kümmert sich von Anfang an.

Interessant dabei ist auch, dass die erste Schöpfung vegetarisch lebte: „Allen Tieren der Erde, allen Vögeln des Himmels und allem, was auf der Erde kriecht, das Lebensatem in sich hat, gebe ich alles grüne Gewächs zur Nahrung (1 Mose 1,30). Erst nach dem Sündenfall, dem Turmbau zu Babel und der Sintflut ändert sich das (1 Mose 9,3). Als Zugeständnis an die Fehlbarkeit des Menschen? Als Kompromiss? Als Harren der Kreatur auf die Herrlichkeit der Kinder Gottes (Röm 8,19ff.)?

Produkte aus dem Eine-Welt-Laden gab es den ganzen Tag über im Angebot. Kein hübsches Beiwerk, sondern Ausdruck der Verbundenheit der weltweiten Ökumene. Von Meschede bis Paramaribo.

Schließlich gab Pfarrerin Schäfer ausführliche Tipps zur Gestaltung des Gottesdienstes. Material lag zum Mitnehmen aus. Denn die Tagung richtete sich an Multiplikatorinnen aller Kirchengemeinden, die dann am 2. März den Weltgebetstags-ggottesdienst in ihren Kirchen feiern. Dazu sind alle herzlich eingeladen, Frauen und Männer.

 


 
 
 
 
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