06.02.2018

25 Jahre im Pfarrdienst


25 Jahre im Pfarrdienst – ein Anlass, um zurückzuschauen und wahrzunehmen, wer war ich, als ich als Vikar mit der Arbeit begann, wer bin ich heute? Die Evangelische Kirche von Westfalen ehrt ihre Silber-Jubilare und Jubilarinnen mit einem Empfang, den die Präses ihnen zu Ehren in Haus Villigst gibt. Außerdem bekommen sie als spürbares Dankeschön sieben zusätzliche Urlaubstage. Pfarrer und Pfarrerinnen aus den geburtenstarken Jahrgängen erreichen jetzt diese Zäsur in ihrem Berufsleben. Wolfram Sievert feierte sein Jubiläum am 28. Januar in Arnsberg-Oeventrop. Kathrin Koppe-Bäumer stellte ihm dazu Fragen:

1.       Welche Erwartungen an deinen Beruf haben sich in den letzten Jahren erfüllt?

Ich würde nicht von Erwartungen sprechen sondern von Hoffnung. Erfüllt hat sich meine Hoffnung, Konfirmandenarbeit und Jugendarbeit zu verknüpfen, um so mehr jüngere Menschen für die Gemeinde zu gewinnen. In Konfi-Stunden, -Blocktagen und -Freizeiten erlebe ich mit den Jugendlichen und Ehrenamtlichen gelebten Glauben in Gemeinschaft. Das ist auch für mich selber bereichernd, weil es mein eigenes Glauben lebendig bleiben lässt. 
 
2.       Was machst bzw. erlebst du heute anders als damals als Vikar? 

Im Grunde erlebe ich meine Arbeit bis heute als konsequente Verlängerung meines Vikariates. Die Schwerpunktsetzungen und die Freude am Dienst sind mir erhalten geblieben. Die vielen Begegnungen mit Menschen und Erfahrungen bei Verkündigung und Seelsorge haben zu einer guten Routine geführt, die mich davon freimacht, zu viel nach Regeln und Vorschriften zu fragen und mehr darauf zu achten, was dem Menschen dient.

3.        Was ist völlig anders geworden, als du es erhofft oder erwartet hast? Durch meine Erkrankung vor 15 Jahren ist mein beruflicher Weg sicher anders verlaufen, als ich gedacht habe. Dass ich meinen Dienst weiterhin ausüben kann, erfüllt mich mit Dankbarkeit.  4.       Dein wichtigstes Ziel für  die nächsten fünf Jahre? Ich möchte den Vereinigungsprozess der beiden Kirchenkreise begleiten und dabei besonders den Bereich der Jugendarbeit. Hier sind gute Voraussetzungen für das Gebiet des KK Arnsberg geschaffen worden. Ich möchte daran mitwirken, dass eine lebendige und tragfähige Struktur entsteht, die die Ebenen Gemeinde - Kirchenkreis - Landeskirche effektiv und fruchtbar für die Jugendarbeit verknüpft.  5.       Gibt es etwas, was du gerne außerdem sagen möchtest? 

Ich erlebe uns als Kirche, um es mal so allgemein auszudrücken,  im Augenblick als mutlos angesichts der Prognosen, die einen Rückgang an Finanzen und Mitgliedern verheißen. Weil ich glaube, dass wir immer noch die beste, oder wenigstens, eine der besten Botschaften der Welt zu verkünden haben, wünschte ich mir, dass wir mit mehr Hoffnung und Begeisterung uns darum sorgen würden, neue Wege zu gehen, um die Menschen, die uns anvertraut sind, bzw. die uns ihr Geld anvertrauen, zu erreichen. Da geht immer noch was! Oder wie ich anlässlich des Reformationsjubiläums gedacht habe: 500 Jahre Reformation - es wird wieder Zeit!


Bild: W.S. privat

 
 
 
 
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