02.04.2018

Silberne Ordination – 25 Jahre als Pfarrerin im Beruf


Die dritte Person, die ihr Silbernes Ordinationsjubiläum in diesem Jahr im Kirchenkreis Arnsberg feiert, ist Pfarrerin Claudia Schäfer aus Arnsberg. Die Kirchengemeinde Arnsberg begeht dieses Jubiläum mit einem Gottesdienst am Sonntag nach Ostern, 8. April, um 10.00 Uhr in der Auferstehungskirche. Kathrin Koppe-Bäumer führte mit der Pfarrerin ein Gespräch über 25 Dienstjahre als Gemeindepfarrerin.

1.       Welche Erwartungen an deinen Beruf haben sich in den letzten Jahren erfüllt?

Nach meinem 10-jährigen  Entsendungsdienst wurde ich 2002 in eine Pfarrstelle gewählt. Eine Gemeindepfarrstelle war immer mein Ziel. Ferner habe ich als Frau im Pfarramt immer mehr Akzeptanz gefunden. Und nun ist seit drei Jahren auch mein Wunsch nach einem Teampfarramt in Erfüllung gegangen. Hier kann ich mich mit meinen Stärken einbringen.

2.       Was machst bzw. erlebst du heute anders als damals als Vikarin? 

Als Vikarin hatte ich als Frau noch mehr zu leisten, um die gleiche Anerkennung zu erfahren wie meine männlichen Kollegen. Und so habe ich verbissener und energiegeladener gekämpft und erlebte viele Enttäuschungen, die mich viel Kraft gekostet haben.

Im Laufe der Jahre bin ich gelassener, ruhiger und ausgeglichener geworden. So kann ich meine Kräfte voll und ganz in meinen Dienst für andere und für die Gemeinde fließen lassen.  Ich vergeude keine Kraft mehr in Auseinandersetzungen um Gleichberechtigung, Akzeptanz und Geschlechterrollen. Ich kann jetzt souverän über gewissen Sprüchen stehen.

3.        Was ist völlig anders geworden, als du es erhofft oder erwartet hast?
Mein Mann und ich, wir haben uns immer eine gleichberechtigte Aufgabenteilung, dienstlich und privat, gewünscht: geteilte Pfarrstelle und gemeinsam verantwortete Erziehungszeit für unsere Kinder.  Doch leider konnten wir in einer geteilten Pfarrstelle nur drei Jahre arbeiten, dann sollte eine halbe Pfarrstelle in Arnsberg gekürzt werden und dass sollte natürlich eine von uns beiden sein. Notgedrungen wechselte Martin in den Schuldienst und ich arbeitete in der 50% Stelle mit 90%. Das hat einen Strich durch unsere Träume gemacht. Fortan waren wir kein Team mehr und einige Jahre später auch kein Ehepaar mehr. Wir hatten kaum noch privat Zeit füreinander.

4.       Dein wichtigstes Ziel für  die nächsten fünf Jahre?
Mein Vater wird in seinem hohen Alter von 83 Jahren zu mir ziehen und ich hoffe, dass ich beiden Aufgaben- für ihn, die Kinder und für die Gemeinde da zu sein, gerecht werden kann. Beruflich bin ich durch meine Mitarbeit in zahlreichen kreiskirchlichen Ausschüssen intensiv in die Planungen und Entwicklungen der Fusion der Kirchenkreise Soest und Arnsberg eingebunden. Ich möchte meine Stimme so einbringen, dass sich ein neuer gemeinsamer starker Kirchenkreis entwickelt, der ein theologisches Profil hat und sich in der Mitarbeiterschaft konstruktiv auf neue Wege einlässt. In der Kirchengemeinde liegt mein Schwerpunkt in der Konfirmandenarbeit. Hier haben wir ein neues Konzept entwickelt und erprobt. In den nächsten Jahren stehen Evaluationen an. Ich möchte daran mitarbeiten, das Modell unserer Konfirmandenarbeit mit einer Konzeption der Jugendarbeit in der Region 7 im neuen Kirchenkreis zu  vernetzen.

5.       Gibt es etwas, was du gerne noch sagen möchtest?

Ich hätte mir in meinen ersten Amtsjahren mehr Wertschätzung durch die Landeskirche/ Kirchenleitung/ Präses gewünscht. Das hat sich jetzt durch Präses Kurschus verändert. Ich fühle mich mehr wahrgenommen und gebraucht.


Claudia Schäfer im Multiplikatorinnen-Team, das den Weltgebetstag 2014 mit evangelischen und katholischen Frauen vorbereitet.

 
 
 
 
Silberne Ordination – 25 Jahre als Pfarrerin im Beruf
 

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