07.09.2017

Bürgermeister erklimmt Warsteiner Kanzel


Warstein. Bürgermeister Thomas Schöne verstand es, seine Rede von der Kanzel aus als große Werbeplattform für seine Stadt zu nutzen, indem er seine andächtig lauschenden Zuhörer im Sinne von „Suchet der Stadt Bestes“ mehr oder weniger animierte, sich in der Kommunalpolitik aktiv einzumischen.

Aussagekräftig war bereits das Kanzelgewand, auf dem es auf grünem (hoffnungsvollen) Grund hieß: Ihr seid das Licht der Welt! Und vorgegeben war das Thema: „Gedanken zum Grundsatz Sola Fide – Allein aus Glauben“. Hat im Reformationsjahr durch Dr. Martin Luther etwas Trennendes stattgefunden oder war alles ein großes Missverständnis? Dieser Frage ging der Prediger nach, indem er zunächst auch das „Sola scriptura“ und das „Sola gratia“ voranstellte.

So könne der Glaube nicht für sich alleine stehen, „Glaube macht nicht passiv, sondern fordert zum Tun auf.“ Was auch Martin Luther so sah, der sagte, dass gute Werke im Glauben angelegt sein müssten. Dieser Aussage könnten sich laut Schöne auch Katholiken anschließen – denn nach der Rechtfertigungslehre bedarf es immer einer Übersetzung ins andere Lager. In tätigen Glaubensfragen lägen die beiden Kirchen gar nicht so weit auseinander, was auch in der Jahreslosung der Katholiken und Protestanten im Lutherjahr 2017 bezeugt werde: „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“.

Die Konfessionen müssten stattdessen gar auf Gemeinsamkeiten hinwirken, „so Gott will, werden wir eines Tages unsere Spaltung überwunden haben“. Vielleicht auch dadurch, dass die evangelischen Christen von Grundübel ihrer protestantischen Frömmigkeit loskommen, die Dietrich Bonhoeffer so anprangert: „Gnade als Schleuderware, verschleuderte Vergebung, verschleuderter Trost.“

Eine zweite besondere Säule dieses Ausnahme-Gottesdienstes war das Mitwirken von Kreiskantor Gerd Weimar aus Arnsberg, der nicht nur an der Orgel in der Martin-Luther-Kirche brillierte, sondern der auch das weniger bekannte Liedgut mit der stattlichen Gemeinde probte. Melodisch gesungen werden konnte so „Herr, du hast darum gebetet, dass wir alle eines sein“ und das „Strahlen brechen viele aus einem Licht“, was aus Schweden in den Gesangbüchern aufgenommen wurde und in dem es heißt: „Liebe schenkt uns Christus, Liebe vereint, und wir sind eins durch ihn.“

Text und Foto: Betty Römer Götzelmann/WP Warstein


 
 
 
 
Bürgermeister erklimmt Warsteiner Kanzel
 

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