29.11.2017

Glaubwürdig von geschenkter Freiheit gesprochen - Altpräses Buß schließt Kanzelreden-Gottesdienstreihe ab.


Marsberg. Eigentlich ging das Reformationsjubiläum am 31. Oktober zu Ende. Doch die Ev. Kirchengemeinde Marsberg setzte noch eins drauf: Am 12. November, einen Tag nach Luthers Tauftag, feierte sie einen Gottesdienst mit Kanzelrede und viel Kirchenmusik. Einen exzellenten Gastprediger hatte sie sich ausgesucht: Altpräses Alfred Buß aus Unna fasste Luthers reformatorische Erkenntnisse als befreiende Glaubensaussagen zusammen. Mit klaren Worten, einleuchtenden Bildern und glaubwürdig legte anhand des Liedes: “Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich“ dar, was Luther so wichtig war.
„Was macht uns frei?“ griff er das Motto der Ev. Kirche von Westfalen im Jubiläumsjahr auf. Das lautete „Einfach frei“- aber so einfach ist das mit der Freiheit gar nicht. Denn wir Menschen gehen davon aus, dass Anerkennung frei mache. Anerkennung aber basiere auf Erfolg. Und dieser auf Anstrengung. „Ohne Fleiß kein Preis“ und nur: „Haste was, so biste was“, erinnerte der Prediger an  bekannte Redensarten. „Was aber ist, wenn es schiefgeht? fragte Buß und wies auf das harte Gericht in den gar nicht sozialen Medien hin, wenn einer Fehler macht oder erfolglos ist. Er wies auf den  Unterschiede hin zwischen den Menschen, die meinen sich alles erlauben und alles nehmen zu können, und denen, die sich nichts kaufen können. Heute wie zu Luthers Zeiten versprechen Seelenverkäufer, Erlösung sei bezahlbar. Im Ablassgeschäft damals ging es um das eigene Seelenheil und das der verstorbenen verwandten, heute geht die Werbung alles Heil der Welt beim Kauf von Reinigungs- und Lebensmitteln, Autos, Kleidung und anderen.
Luther hat sich seine Seele nicht abkaufen lassen. Er vertraute auf Gottes Gnade, die ein Geschenk ist, auf Christus, den ein Mensch in der taufe anzieht wie eine zweite Haut.  Leben in dieser Haut macht es möglich, dass Menschen sich gegenseitig ein Lächeln schenken, das die wärmende Gnade Gottes auch in kalten Zeiten wiederspiegelt. Diese Gnade unterscheide allerdings zwischen Opfern und Tätern, die Opfer richte sie auf und die Täter neu aus.
Der Prediger bewegte die Gemeinde. Spürbar predigte er nicht, um Anerkennung zu bekommen, sondern um für den Glauben zu werden, der befreit.
Unterstützt wurde die reformatorische Predigt von kräftigem Gesang. „Noch nie war die Empore so voll“, staunte Pfarrerin Kathrin Günther, die die Gemeinde und die versammelten Chöre - die Kreiskantorei, der Marsberger Kammerchor und der Ev. Kirchenchor von Thorsten Seidemann - begrüßte. Kreiskantor Gerd Weimar dirigierte den vollmundigen Gesang und begleitete den Gottesdienst an der Orgel. Die Gemeinde dankte, indem sie kräftig einstimmte. Nach dem Abendmahl, zu dem Pfarrer Alfred Hammer die Gemeinde in mehreren Runden eingeladen hatte, trafen sich die Ehrenamtlichen zum gemeinsamen Mittagessen, mit dem das Presbyterium allen für ihren tatkräftigen Einsatz im Gemeindeleben dankte und dem Gast entsprach, der zu Anfang seiner Predigt die Ehrenamtlichen besonders gewürdigt hatte: „Ohne Sie geht in der Gemeinde gar nichts“. 

 

 


Die Empore ist voller Musik.

v.l.: Pfarrer Alfred Hammer, Altsuperintendent Alfred Buß und Pfarrerin Kathrin Günther

 
 
 
 
Glaubwürdig von geschenkter Freiheit gesprochen - Altpräses Buß schließt Kanzelreden-Gottesdienstreihe ab.
 

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