07.04.2017

Werte sind nötig. Schule soll Medienkompetenz fürs Internet vermitteln.


Meschede. Beim diesjährigen Empfang der Schulleiterinnen und Schulleiter im Hochsauerland vom evangelischem Kirchenkreis und den drei katholischen Dekanaten war der Referent Prof. Dr. Andreas Büsch aus Mainz angereist. Bildhaft, kompetent und energisch sprach er vor 35 Schulleitern aus dme Hochsauerlandkreis über die Problematik von Medienbildung an Schulen und konkretisierte sein Anliegen anschließend in einem Workshop über den Einsatz von Sozialen Medien in der Schule. Superintendent Alfred Hammer und Josef Mündelein, Referent im Dekanat Hochsauerland-West, begrüßten die Gäste. Mündelein sagte zu den Schulleitern: „Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler leben im Hier und Jetzt und müssen sich daher selbstverständlich den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung stellen.“ Als Medienpädagoge und Kommunikationswissenschaftler an der Katholischen Hochschule Mainz und gleichzeitig als Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz der deutschen Bischofskonferenz ist eine von Büschs Aufgaben, die Medienbildungsarbeit in der katholischen Kirche zu bündeln und ins Gespräch zu bringen mit christlichen und außerkirchlichen Akteuren. Schule ist ihm ein wichtiger Ansprechpartner, denn hier kommen Jugendliche, sogenannte digitale Eingeborene mit Lehrern und Lehrerinnen zusammen, die sich im Laufe ihres Lebens Kompetenz mit digitalen Medien wie dem Internet und den darin beheimateten Foren, Messengerdiensten und anderen sozialen Medien angeeignet haben.

Büsch forderte sein Publikum zu einem kritischen Optimismus hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Medien auf. Das Internet verleihe Menschen die Möglichkeit, sich darzustellen, ihr Ich zu definieren, was für Heranwachsende wichtig ist. Nicht übersehen werden dürften die großen Gefahren, die diese Medien auch mit sich bringen. Mobbing im Internet ist ein Thema, mit dem jeder Jugendlichen sich heute befasst und unter dem viele leiden.

Das Besondere der Internet-Kommunikation ist, laut Büsch, dass Menschen, gleichzeitig Sender und Empfänger von Nachrichten, Bildern, Filmen, und anderem sind. Das Internet vermittle Informationen, es ermögliche Diskussionen, es sei ein Ort, wo Unterhaltung stattfindet. Alle diese Aspekte sind im wichtig. Büsch sieht digitale Medienkommunikation als einen Aspekt von Kommunikation insgesamt. Genau wie ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht müssen für die Kommunikation im Internet Regeln und Werte gelten. Über die müssen Menschen sich auseinandersetzen, sie müssen miteinander aushandeln, was anderen Menschen und ihnen selbst gut tut. Deshalb findet er es wichtig, dass in allen Schulfächern Arbeit mit Medien vorkommt und gleichzeitig über die digitalen Medien kritisch nachgedacht wird. Im Lehramtsstudium müsste Medienbildung Bestandteil aller Studienfächer sein. Dabei müsse es weniger um die technischen Errungenschaften gehen als darum, angehende Lehrer zu befähigen, in der Schule die Wertediskussion in die Medienbildung einzubinden, damit Schüler nicht naiv mit den Medien umgehen.

Den Schulleitern ist das Thema wichtig. Die Ausstattung an den Schulen ist sehr unterschiedlich, W-lan ist noch keine Selbstverständlichkeit, an manchen Orten gibt es Klassensätze von Tablets, die genutzt werden können. Büsch machte Mut, in kollegialen Arbeitergruppen für die Schulen eine Medienbildungskonzeption zu finden und nicht als Schulleitung etwas überzustülpen. Exemplarisches und konzentriertes Arbeiten zieht er flächendeckenden Anschaffungen von Geräten vor. Im Einsatz von Smartphones im Unterricht sieht er eine Chance. Wichtig sei es, in anschließenden Gesprächen immer wieder Nutzen und Gefahren dieser Medien zu diskutieren. Zur weiteren Information http://downloads.bistummainz.de/5/455/1/40592655327023477486.pdf  Text: KKB

Fotos: © Dekanat Hochsauerland-Ost
 


Prof. Büsch referiert vor Schulleiterinnen und Schulleitern aus dem Hochsauerlandkreis zum Thema Medienbildung in der Schule

v.l.: Dekanatsreferent Mündelein, Prof.Büsch und Superintendent Hammer im Gespräch

 
 
 
 
Werte sind nötig. Schule soll Medienkompetenz fürs Internet vermitteln.
 

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