15.04.2017

Präses Annette Kurschus bringt Altarbibel nach Westheim


Westheim. Am Palmsonntag übergab die leitende Theologin der evangelischen Kirche in Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, die Lutherbibel 2017, im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes, als neue Altarbibel in die Evangelische Erlöserkirche in Westheim. Westheim ist eine von vier Gemeinden, neben dem Herforder Münster, der Immanuel Kirche in Dortmund-Marten und dem Gemeindezentrum Barkenberg in Dorsten, der diese Ehre zu Teil wird. Superintendent Alfred Hammer freute sich sehr über den Besuch und bedankt sich herzlich für das Erscheinen von Präses Kurschus. Auch Annette Kurschus freute sich. Es sei „herzerwärmend“ an einem Ort wie Westheim zu sein und solch herzlichen Menschen zu begegnen.

Im Jubiläumsjahr, 500 Jahre nach der Reformation, wurde Luthers Bibelübersetzung, die wie Kurschus anmerkte den „Sound des Protestantismus“ geprägt habe, gründlich revidiert. Das Erscheinen der neuen Lutherbibel bildet den Höhepunkt des Festjahres. Über fünf Jahre lang haben etwa siebzig Theologen und Theologinnen in Zusammenarbeit mit anderen Experten den Text überarbeitet, mit dem Ziel eine größere sprachliche Genauigkeit herzustellen und gleichzeitig der Sprachkraft Luthers gerecht zu werden. Anlässlich des Reformationsjubiläums erhielten die meisten der 501 Gemeinden der EKvW die neuen Altarbibeln in gründlich revidierter Fassung und mit handschriftlicher Widmung von Präses Kurschus. Auch die Gemeindebezirke in Marsberg und Bredelar, vertreten durch Regina Köhne und Dr. Knut Linsel, erhielten jeweils ein Exemplar der Bibel, das am Ostersonntag zum Einsatz kommen soll. In Westheim wurde bereits jetzt aus der revidierten Fassung gelesen. Lektor Ralf Figge trug aus dem Johannes-Evangelium vor.

Die Heilige Schrift stand auch im Fokus der durch Kurschus gehaltenen Predigt. „Nur durch Auslegung und Interpretation kann die Schrift in der Vielfalt ihrer Aussagen recht gehört werden. Diese Mühe müssen wir uns schon machen, liebe Gemeinde. Und Martin Luther wollte mit seiner Übersetzung der Heiligen Schrift jeden und jede dazu instand setzen. Nicht mit einzelnen Bibelsprüchen aufzutrumpfen oder gar gegeneinander zu kämpfen. Sondern die Worte der Schrift in ihrem Zusammenhang zu hören und zu lesen und in dem mehrstimmigen Klang zu suchen, was Christus treibet“, so hieß es in der Predigt. Die Präses warnte davor, einzelne Bibelstellen aus dem Zusammenhang zu reißen oder diese gar als Waffe zu benutzen. Vielmehr bedürfe es einer Auslegung und Interpretation der heiligen Schrift, so Kurschus, um sich ihre Bedeutung immer wieder neu erschließen zu können. Damit folgte sie dem Geiste Luthers, der mit seiner Bibelübersetzung das Ziel verfolgte, dass jeder einzelne Mensch sich die Bibel selbst erschließen kann und nicht der Auslegung einzelner Mächtiger vertrauen muss. Die Auslegung und die Interpretation der heiligen Schrift sei mitunter mühsam, aber „die Mühe lohnt sich“, so Kurschus. Religion sei nicht per se gut oder schlecht. Es bedürfe vielmehr eines verantwortlichen, mühevollen Umgangs mit ihr. Hier wurde die Predigt äußert aktuell.

Im Rahmen des feierlichen Gottesdienstes, der nicht zuletzt von der musikalischen Untermalung des evangelischen Kirchenchors unter der Leitung von Torsten Seidemann profitierte, verabschiedete Alfred Hammer die Schwestern Marika und Ursula aus der Zions-Kommunität in Scherfede, die sich über Jahre am Ort vielseitig engagierten. Schwester Marika bedankte sich für das Vertrauen, das man ihnen geschenkt habe, und für die schönen Erinnerungen, die ihr bleiben. Die beiden Schwestern setzen ihre Arbeit in der Kommunität weiter fort.

Im Anschluss an den Gottesdienst, an dem über 120 Menschen teilnahmen, darunter auch Vertreter der Schützenbruderschaft St. Vitus, versammelte man sich im Haus der Vereine zu einem gemütlichen Beisammensein. Hier trug sich Präses Annette Kurschus im Beisein der beiden stellvertretenden Bürgermeister Johannes Wüllner und Bernd Dinkelmann sowie von Ortsbürgermeister Franz-Josef Weiffen und Propst Meinolf Kemper in das goldene Buch der Stadt ein.

Anna Brendel, Diemelbote

Annette Dülmes Artikel in der WP hier


Präses Kurschus überreicht feierlich die neue Altarbibel. - Bild: Brendel

Präses Annette Kurschus und Alfred Hammer mit der neuen, gründlich revidierten Luther-Bibel. Bild: Brendel

Annette Kurschus und Alfred Hammer singen gerne mit. Bild: Dülme

Verabschiedung der Schwestern Marika und Ursula. Bild: Brendel

Nach dem Gottesdienst: Begegnungen vor der Kirche Bild: Dülme

Präses Annette Kurschus trägt sich, im Beisein von Propst Meinolf Kemper, Superintendent Alfred Hammer und des stellvertretenden Bürgermeisters Johannes Wüllner, in das goldene Buch der Stadt Marsberg ein. Bild: Brendel

 
 
 
 
Präses Annette Kurschus bringt Altarbibel nach Westheim
 

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