07.04.2017

„Heimat finden – Heimat geben“ - Gottesdienst mit Flüchtlingen und Bilderreise nach Damaskus


Meschede. Im „kreuz&quer“ Gottesdienst im März waren Flüchtlinge aus Ländern des Orients und Mitarbeitende der Flüchtlingshilfe der Diakonie zu Gast. Eine Ausstellung von Gemälden der syrischen Künstlerin Khoulud Al Hussin wurde dabei eröffnet. Aus der Erinnerung hat sie Bilder ihrer Heimatstadt Damaskus gemalt und führte anhand der Bilder die Gemeinde auf eine Reise in ihre Heimat.

Die muslimische Künstlerin zeigte ihr zu Hause im Bazar der syrischen Hauptstadt und Bilder aus dem Viertel der assyrischen Christen. Sie erzählte, wie gut ihre Nachbarschaft war.

Bewegend waren die Gespräche der Menschen über Heimat und Hoffnung.

Eine dem Genozid entkommene Jesidin sagte: „Wir haben keine Heimat mehr. Das ist ein großer Verlust für mich. Ich bin müde davon, von einem Land zum anderen ziehen zu müssen…Ich hoffe, dass ich hier bleiben kann.“

Und eine Kurdin: „Ich bin J. aus Syrien. Wir hatten ein gutes Leben vor dem Krieg. Als der Krieg kam, habe ich meinen Mann, die Zukunft der Kinder und meine Heimat verloren…Ich habe Deutschland gewählt, weil es ein sicheres Land ist, weil es die Flüchtlinge mit offenen Armen begrüßt und weil es Menschenrechte achtet unabhängig, wo man herkommt und was man glaubt.“

A. aus Persien ist Christ geworden: „Ich habe Freiheit und neue Freunde gewonnen und ein Gefühl des Aufgehobenseins in der evangelischen Gemeinde.“ 

Ein starkes Gefühl der Dankbarkeit tat den Mitarbeitenden der Flüchtlingshilfe sichtlich gut.

Auch die Bereitschaft der Flüchtlinge, sich selber helfend einzubringen. Eine Stimme aus Syrien klang so: „Ich wünsche mir eine gute Zukunft für meine Kinder, damit sie Deutschland was Gutes zurückgeben können, denn Deutschland hat uns viel gegeben, und wir sind dankbar dafür.“

Die Bibel zeigt, dass auch die Geschichte des Volkes Gottes geprägt ist von Flucht und Vertreibung. Gleich am Anfang steht die Erzählung von der Vertreibung Adams und Evas aus der heilen Welt des Gartens Eden. Die Sehnsucht zurück in das Paradies, in eine unbeschwerte Heimat, begleitet von da aus die Geschichte der Menschheit. 

In der Agape-Feier teilten Christen mit Muslimen Brot und Trauben in Erinnerung an die Gastmähler Jesu, bei denen jeder willkommen war. Zugunsten der Flüchtlingshilfe wurden die Bilder nach dem Gottesdienst verkauft.

Der nächste ökumenische „kreuz&quer“ Gottesdienst am Samstag, 22.April um 18.00 Uhr im Gemeinsamen Kirchenzentrum wird gestaltet zum Thema: „Dem Lebensweg vertrauen – was trägt, wenn alles sich bewegt.“

Hartmut Köllner

Bild: kreuz&quer-Gottesdienst

 

 


BU: Vor den Bildern: Die Künstlerin Khoulud Al Hussin mit ihrer Familie, die Flüchtlingsberaterin Carina Hesse und Pfarrer Hartmut Köllner.

 
 
 
 
„Heimat finden – Heimat geben“ - Gottesdienst mit Flüchtlingen und Bilderreise nach Damaskus
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum