23.11.2016

Begegnungen von Mensch zu Bild zu Mensch - Porträts von Elke Frommhold


Wenn am 25., 26. und 27. November in  der Arnsberger Kulturschmiede das Theaterstück UTOPIA wieder aufgeführt wird, ist einer dabei, dessen in ausdrucksvollen Farben gemaltes Portrait imn Gemeinsamen Kirchenzentrum in Meschede ausgestellt ist. Die Rede ist von Nushin Abdullah, einem jungen Syrer, der jetzt in Sundern wohnt. Elke Frommhold, Malerin aus Sundern, hat sein Gesicht so dargestellt, wie sie ihn sieht. Was entdeckt der Porträtierte selbst in diesem Bild? „Meine Augen“, sagt er, „sie sehen etwas traurig aus, weil ich seit sieben Jahren meine Familie nicht gesehen habe.“ Trotzdem strahlen er und sein Bild Energie aus, Lust, sich auszuprobieren und etwas zu lernen. Der junge Mann ist künstlerisch begabt. Ausprobieren konnte er sich in Yehuda und Ulla Almagors Ensemble auf der Bühne. Er träumt, Musik in Dortmund zu studieren.
Traurigkeit und Lachen, vor allem: Augen fallen den Betrachtern auf. Mahla Tooseh, eine junge Iranerin, wurde auch von Elke Frommhold gemalt. „Elke hat meine Augen, die ich für das Schönste in einem Gesicht halte, gemalt. Sie zeigt damit, dass ich froh bin, hier in Deutschland offen und wahrhaftig zu gucken. Das geht im Iran für eine Frau nicht.“
Elke Frommhold ist zufrieden. Nachdem sie die neun Porträts gemalt hat „war mir sehr schnell klar, dass ich diese Bilder zeigen möchte, nicht nur bei mir in Sundern, sondern an vielen Orten“, sagt sie zum großen und multinationalen Publikum bei der Eröffnung im Kirchenzentrum. Nach Sundern und Bielefeld ist Meschede die dritte Station der Bilder. Es begeistert Elke Frommhold, „dass diese Ausstellung einlädt zu Begegnungen.“ Begegnungen mit Augen, Ohren und dem Geschmack, wie sie im Foyer des einladenden Kirchenzentrums möglich sind. Sternförmig hat Hartmut Köllner die Tische aufstellen lassen. „So können sich viele Menschen zur selben Zeit in die Augen sehen und Kontakt knüpfen“, das gefällt dem emeritierten Pfarrer, der mit Mitgeldern des ökumenischen Arbeitskreises Gastgeber ist. 15 Frauen aus Somalia, Syrien, Armenien, dem Irak und dem Iran, Bangladesch, Kirgisien und Tschetschenien haben schmackhafte Gerichte aus ihrer Heimat gekocht. Bei der Organisation haben Carina Hesse, die Flüchtlingsberaterin der Diakonie in Meschede, und die Beauftragten für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Arnsberg Anna Franziska Pich und Susanne Willmes mitgemacht. Superintendent Alfred Hammer vom Evangelischen Kirchenkreis Arnsberg dankt ihnen und Christina Bergmann, der Projektpfarrerin. Sie hat durch ihre Tochter Elke Frommhold kennengelernt und mit ihren Bilder nach Meschede geholt. Hammer verbindet mit „dieser Ausstellung die Hoffnung, dass die Gesichter anfangen zu uns zu sprechen.“ Wie die Malerin wünscht auch er, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen durch die Bilder miteinander ins Gespräch kommen. „Noch viel schöner aber ist, dass Menschen, die hier nicht geboren wurden, mit uns am Tisch sitzen und wir uns erzählen können von dem, was uns ausmacht.“ Auch der Mescheder Bürgermeister Christoph Weber hat sich einladen lassen und eine Stunde mit den Bildern und den Menschen verbracht. Medina Celik aus der Türkei hat auf seiner Sass, einem türkischen Saiteninstrument,  Melodien seiner Heimat gespielt. Munterer Kinderlärm begleitet die Gespräche der Erwachsenen. Die Ausstellungseröffnung zeigt, wie es sein kann, wenn Menschen sich auf Augenhöhe begegnen.
Die Ausstellung ist in Meschede noch bis zum 9. Dezember zu sehen. Mo-Sa 16-18 Uhr.  Bildergalerie


Alfred Hammer dankt der Künstlerin und dem Organisationsteam.

Alfred Hammer wünscht lebendige Begegnungen am Tisch.

 
 
 
 
Begegnungen von Mensch zu Bild zu Mensch - Porträts von Elke Frommhold
 

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