30.06.2014

Auch ohne Kirchen Gottes Nähe spüren-Präses Annette Kurschus machte Mut beim Jubiläumsfest des Kirchenkreises Arnsberg


Meschede. Im großen Kirchsaal des Gemeinsamen Kirchenzentrums in Meschede mussten noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden. So viele Menschen aus dem Ev. Kirchenkreis Arnsberg, der sich von Wickede bis Marsberg, vom, Sorpesee bis nach Warstein erstreckt, waren zum Festgottesdienst mit Präses Annette Kurschus gekommen. Die leitende Theologin der Ev. Kirche von Westfalen hielt eine bewegende Predigt anlässlich des 50. Jubiläums des Kirchenkreises. „Sie verstehen den Seher Johannes so, als habe er den Kirchenkreis Arnsberg gemalt.“
Die Präses bezog sich auf die 21 Apfelbäume im Kirchraum. Sie zeigten „was in den Gemeinden und übergemeindlichen Arbeitsbereichen wächst und was die Menschen hier anzieht, sie hält und heilt.“ Der biblische Seher malt eine Stadt mit Bäumen, aber verrückterweise ohne Tempel und Mauer. Es fehle gerade das, was Kirche und Gemeinde heute nach außen hin repräsentiert. Kurschus zog daraus Trost für Kirchenkreise, die die Probleme des ländlichen Raumes miterleiden: „Selbst wenn Gewohntes schwinden sollte, was eure Gemeinden bisher ausmachte, selbst wenn ihr auf Sicherheiten verzichten müsst, die euch bisher Halt gaben: Es wird Gott nicht daran hindern, bei euch zu sein. Wer weiß - vielleicht werdet ihr seine Nähe sogar noch unmittelbarer spüren?“

Partnerschaft mit Tansania befestigt
Die Präses nahm die Freude der Gästen wahr und sang begeistert die Lieder mit, die  Kirchenmusikdirektor Weimar und der Festprojektchor anstimmten. Auch der übergemeindliche Bläserchor unter Leitung von Ulrich Dieckmann aus Hamm stiftete Festfreude. „Gott loben, das ist unser Dank für 50 Jahre Kirchenkreis und für mehr als 1000 Jahre Christentum in dieser Region. Christus wird bleiben, auch Christen wird es hier immer geben.“ Zuversichtlich hatte Superintendent Alfred Hammer am Vormittag die Gäste auf dem Platz vor dem Kirchenzentrum begrüßt. Dankbar unterzeichneten er und Superintendent Begumisa aus Ihembe eine überarbeitete Partnerschaftsvereinbarung. „Ich bin froh, dass wir gemeinsam Ziele festgesetzt haben“, so Hammer. Nach 26 Jahren offizieller Partnerschaft deutete Begumisa die Vereinbarung so: „Wir sind mit euch auf dem Weg.“

Reichhaltiges Bühnenprogramm
Die, die aus den Ortsgemeinden zum Fest gekommen waren, kamen auf ihre Kosten. Bunt war die Festgesellschaft, auch Flüchtlinge aus vielen afrikanischen Ländern, Syrien, dem Iran und dem Irak waren dabei. Porträts von Großen und Kleinen mit Hut schmückten am Ende des Tages die Außenwand des Kirchenzentrums: „Gut behütet im Kirchenkreis Arnsberg“. Volkert Bahrenberg aus Warstein machte Stimmung mit einer Bluegrasband, der musikalische Kabarettist Martin Funda aus Hattingen nahm typisch Evangelisches auf die Schüppe und rappte Paul-Gerhard-Lieder.  Die Mescheder Kinderbibelwochenband trug zur Stimmung bei und Pfarrer Rainer Müller aus Brilon trat als Clown Francesco auf. Im Foyer gab es Informationen über die Flüchtlingsarbeit der Diakonie Ruhr-Hellweg e.V., die Stiftung Kirchenmusik, den Eine-Welt-Laden Meschede, den Gestaltungsraum Soest-Arnsberg und den Partnerschaftsausschuss.

Zeitzeugen erinnern sich
Zur evangelischen Kirche zu gehören und für sie zu arbeiten, macht Freude. Altsuperintendent Karl-Heinz Budde unterstrich im Interview mit Nicola Collas von Radio Sauerland: In Zeiten sinkender Kirchenmitglieder müsste die Kirchen „die Menschen in ihrem Alltagsleben ernstnehmen.“ Schwierigkeiten gebe es immer, sagte der erste nebenamtliche Superintendent Lothar Kuschnik, aber „mit tatkräftigen Kollegen und einsatzfreudigen Ehrenamtlichen sei die Arbeit gut zu schaffen.“ Er und Christoph Philipps, Sohn des Superintendenten Werner Philipps, der vor 50 Jahren den Kirchenkreis Arnsberg mitbegründete, sind einer Meinung: Der Kirchenkreis Arnsberg sei auch weitere 50 Jahre selbstständig lebensfähig.

Kirche kann sich verändern. Das bezeugten die 83-jährige Sabine Haussner, die 1959 als Vikarin nach Arnsberg kam, und Anke Zöllner, Mitarbeiterin bei der Telefonseelsorge und Delegierte des Kirchenkreises bei der Landessynode. Die Pfarrerin hat miterlebt, dass die Frauen den männlichen Theologen rechtlich gleichgestellt wurden. Zöllner hat angeregt, dass der Kirchenkreis Arnsberg eins der ersten Frauenreferate in Westfalen einrichtete und sich intensiv mit der Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Kirche auseinandersetzte. „Spaß machte es, wenn man an Prozessen beteiligt ist“, sagte sie,  enttäuschend sei es, wenn Ortsgemeinden Anregungen nicht aufgriffen.

Weitere Höhepunkte in Aussicht
Am 7. September richtet der Ev. Kirchenkreis zusammen mit der Abtei Königsmünster ein ökumenisches Konzert mit Werken aus der Zeit der Romantikaus. Die  Klosterkirche wird in diesem Jahr nämlich auch 50 Jahre alt. Eintrittskarten für 29,-Euro sind im Bürgerbüro Meschede und im Klosterladen erhältlich. Im Juli und im August wird in Arnsberg und Brilon eine Ausstellung über Frauen im Pfarramt gezeigt. Vom 10. -24 August studieren junge Menschen aus Kamerun, Tansania, und den Kirchenkreisen Soest und Arnsberg ein Chorprogramm ein, das sie in der Region mehrfach aufführen werden unter anderem beim Arnsberger Kunstsommer. Mehr Bilder hier

Text und Bilder: KKB, Bilder vom Gottesdienst: HJB

 

 


hintere Reihe v.l.: M. Rudolph (Brilon), Pfr. U. Homann (KK Ar), Sup. Begumisa (Ihembe), Sup. A. Hammer (KK Ar), C.-H. Hilker (Warstein); vordere Reihe v.l.: Pfrin K. Koppe-Bäumer (Brilon), L.Goesmann (Meschede), Präses A. Kurschus (Bielefeld), I.Ackermann (Meschede), C. Bergmann (KK Ar)

Unterschriften unter die neue Partnerschaftsvereinbarung

Olsberger Bläser eröffnen das Fest

Nicola Collas interviewt Zeitzeugen

 
 
 
 
Auch ohne Kirchen Gottes Nähe spüren-Präses Annette Kurschus machte Mut beim Jubiläumsfest des Kirchenkreises Arnsberg
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum