23.07.2013

„Kraft, wie ein wilder Stier sie hat“


Evangelische Kirchengemeinde tauft mit Almewasser.

„An diesen Tag werden wir uns immer erinnern“, sagen die Eltern der 10-jährigen Sarah am Ende des Tauffestes, das die Evangelische Kirchengemeinde Brilon am ersten Sonntag im Juli am Entenstall in Alme feierte. Wie die  Familien der anderen fünf Taufkinder brechen sie um 10.00 Uhr mit Pfarrer Rainer Müller und Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer zu Fuß zu den Almequellen auf. Auf dem bequemen Weg am Almeufer schlängelt sich die Prozession entlang. Kinder und Erwachsene staunen unterwegs über das klare Wasser, die Unterwasserpflanzen und die Forellen, die sich ab und zu zeigen. Am Quelltopf angekommen erinnert die Pfarrerin an die biblische Schöpfungsgeschichte, den Geist Gottes, der über dem Wasser schwebt. „Das Wasser gehört zum Anfang allen Lebens.“. Die Kinder zögern nicht lange. Mit kleinen Plastikbechern schöpfen sie Wasser in die drei Glaskaraffen, aus denen während des Gottesdienstes das Taufbecken gefüllt wird.

Ganze Gemeinde beteiligt sich
Zu Beginn schlägt Josephine den Gong. Pfarrer Müller begrüßt die 120-Personen-große Gemeine und der Gottesdienst beginnt. Der Bläserkreis – geleitet von Siegmar Paschkewitz - begleitet die Lieder schwungvoll, Geschwister beten und die Pfarrerin erzählt von Jesus, der die Kinder zu sich ruft. Kinder, Männer und Frauen übernehmen Teile der Sprechtexte. Höhepunkt des Gottesdienstes sind die Taufen am blumengeschmückten Taufstein. Die Babys Paul, Melina und Luisa lassen sich widerspruchslos über das Taufbecken halten, der achtjährige Noah und seine sechsjährige Schwester Mia beugen ihre Köpfe selbst über das Becken. Ihr Großvater Rainer Müller benetzt sie dreimal mit Wasser und segnet sie. 

Mit dem ganzen Körper unter Wasser
Zuletzt ist Sara dran. Im weißen Sommerkleid geht sie in die Alme, einige Gemeindeglieder stehen auf, um genau zu sehen, was sie macht. Pfarrer Müller folgt ihr in den Bach, mit langem schwarzen Talar und in  Sandalen. Er hält Sarah mit einer Hand unter dem Nacken fest, drückt ihre Stirn von vorne und schon ist das Mädchen ins Wasser getaucht und wieder daraus hervorgehoben. Zuerst kann sie kaum atmen, acht Grad ist das Wasser kalt, doch dann geht ein Strahlen über ihr Gesicht. Sara ist getauft. „Doch mir gibst du Kraft, wie ein wilder Stier sie hat; und schenkst mir Freude und neuen Mut aus Hoffnung für alle.“ Diesen Bibelvers hat sie sich als Taufspruch ausgesucht und gleich bei der Taufe gezeigt, wie mutig Gottes Nähe sie macht.

Idealer Ort für Taufgottesdienste
Nach dem Gottesdienst bleiben drei Familien mit der Gottesdienstgemeinde zusammen, essen und trinken, plantschen im Almer Tretbecken und genießen in der Sonne diesen wunderbaren Fleck Erde, den der Verkehrsverein Alme gastfreundlich für Feiern zur Verfügung stellt. „Das müssen wir wiederholen“, sagen am Mittwoch danach Frauen beim Gemeindefrühstück. „ So ein schönes Fest. Wenn wir davon erzählen, lassen sich nächstes Jahr bestimmt noch mehr taufen.“ Rainer Müller und Kathrin Koppe-Bäumer freuen sich über die begeisterten Reaktionen der Tauffamilien und der Gemeindeglieder: „Der Alme-Quelltopf und der Entenstall in Alme laden ein zum Taufen. Wir möchten in den Ortsteilen mit besonderen Gottesdiensten Akzente setzen und hoffen, dass in Zukunft immer mehr Gemeindeglieder aus dem ganzen Stadtgebiet zu solchen Gottesdiensten kommen. Denn: Wir sind eine Gemeine, die an vielen Orten Gottesdienst feiert.“

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„Kraft, wie ein wilder Stier sie hat“
 

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